FAQ für de.rec.musik.machen: Wie finde ich eine Akkordbegleitung zu einer Melodie?

Wie finde ich eine Akkordbegleitung zu einer Melodie?

Fabian Stolz schrieb dazu am 09.05.02:

(zur besseren Lesbarkeit und im Zusammenhang mit der unten stehenden Ergänzung von der Red. leicht umgestellt)

> Prinzipiell kannst Du jeden Akkord für die Begleitung benutzen, er muß
> noch nicht mal zur Tonart gehören. In der Regel kannst Du jedoch zu den
> meisten Melodien eine einfache 3-Akkorde-Begleitung aus den Stufen 1, 4
> und 5 der harmonisierten Tonleiter bauen (z.B. C, F und G für c-dur).
>
> Wenn Dir das zu langweilig ist, kannst Du erst einmal weitere Akkorde,
> die zur Tonart "dazugehören" verwenden, bzw. je nach Stilrichtung auch
> mal mit Akkorden wie Csus4, C7, C6, C79 etc. (C nur mal als Beispiel)
> experimentieren. Am Ende zählt nur, was Dir bzw. Deinem Publikum gefällt.

Jens Weisse schrieb dazu am 10.05.02:

(zur besseren Lesbarkeit von der Red. leicht umgestellt)

> Wenn Du eine 3-Akkorde-Begleitung deiner Melodie hast, ist vielleicht
> die folgende Anschlußüberlegung von Interesse:
>
> Es gibt in der harmonisierten Durtonleiter folgende Akkorde:
>
> Stufe Typ Beispiel in C
> -----------------------------
> I maj7 Cmaj7
> II m7 Dm7
> III m7 Em7
> IV maj7 Fmaj7
> V 7 G7
> VI m7 Am7
> VII m7b5 Bm7b5
>
> Diese lassen sich in die drei Familien einteilen:
>
> Tonikabereich - Imaj7, VIm7
> Subdominantbereich - IVmaj7 IIm7
> Dominantbereich - IIIm7, V7, VIIm7b5
>
> Diese Familien kommen insbesondere durch Terzverwandschaften der
> Akkorde zustande. Bis zu einem gewissen Grad bringt der Austausch
> ("Substitution") innerhalb dieser Familien oft schon ganz gute
> Varianten einer "3-Akkorde-Begleitung".
>
> Weiterhin kann jeder dieser Akkkorde zur Dominante (7) gemacht werden,
> um Spannung zu erzeugen, allerdings muß mann dann aufpassen, daß es
> noch zur Melodie paßt.
>
> Dieses Prinzip wird oft verwendet, und es gibt je nach Stilistik viele
> zusätzliche mehr oder weniger komplizierte Substitutionsregeln (die auch
> über die sog. diatonische Harmonie hinausgehen, d.h. nicht die Durtonleiter
> zur Grundlage haben).
>
> Zusätzlich zur Substitution gibt es das schon erwähnte Prinzip der
> Erweiterung, das Akkorde um andere evtl. auch Tonleiterfremde Töne
> erweitert. Dadurch entstehen Monsterakkorde wie cmaj7#11 oder F7/b9/13 usw
>
> Hoffe, das hat etwas zur Klärung beigetragen. Grundsätzlich für Melodien
> innerhalb einer Tonart: Finde erstmal die 3-Akkorde-Begleitung und tausche
> dann aus und experimentiere mit dem oben Gesagten.