Was genau macht eigentlich ein Kompressor?
Erhard Schwenk schrieb dazu am 20.8.02 (Quoting von Michael Dahms und Harald Schollmeyer):
>>>>> Compressor > >>>> Was ist das? > >>> Ein Gerät das Dynamik reduziert. >>> Oft will man Lautstärke eines Signals nach oben hin begrenzen, um Verzerrungen >>> oder die Beschädigung von Lautsprechermembranen zu vermeiden. Kompressoren >>> komprimieren das Signal, indem sie jede Lautstärke über einem Grenzwert >>> um einen einzustellenden Faktor absenken. > >> Technisch habe ich das verstanden, aber ich verstehe den Sinn nicht. >> Kann man nicht einfach die Verstärkung insgesamt reduzieren? > > Nein, so einfach ist das nicht. Es gibt verschiedene > Anwendungsmöglichkeiten für Kompressoren (und dann benutzt man sie auch > mit unterschiedlichen Einstellungen). > > Jedes Gerät zur Audio-Verarbeitung hat einen begrenzten Pegelbereich, in > dem es sauber arbeitet. Sowohl nach oben, als auch nach unten. *Ein* > Anwendungsgebiet eines Kompressors ist es, sowas auszugleichen. Wenn > man einfach nur den Eingangspegel zurücknehmen würde, würden > möglicherweise leise passagen im Rauschen verschwinden oder eben laute > übersteuern. Übrigens können gute Kompressoren auch leise Signale > verstärken (braucht man aber wohl eher selten). > > Möglicherweise weiß man (z.B. bei Live-Aufnahmen) vorher auch gar nicht > so genau, wie laut es denn werden kann. Bei den heutigen > Digitalrecordern klingt Übersteuern grauslig - deshalb fährt man da > häufig mit einem Brickwall-Limiter knapp am oberen Ende der nutzbaren > Dynamik, um das schlimmste zu verhindern, wenn man sich verschätzt. Im > Normalbetrieb hört man davon bei richtiger Anwendung gar nichts, da er > erst im Headroom einsetzt, den man wenn man richtig geschätzt hat > ohnehin nicht nutzen wird. Technisch gesehen ist dieser Limiter nichts > anderes als ein bis zum Anschlag zugedrehter Kompressor mit sehr hohem > Schwellwert. > > Weiterhin kann man Kompressoren einsetzen, um die subjektive Lautheit > für den Zuhörer zu erhöhen. Komprimierte Signale erscheinen einem bei > gleichem Pegel druckvoller und kräftiger als unkomprimierte - das wird > z.B. praktisch von jeder Radio- oder Fernsehstation so gemacht, oder > auch bei den meisten CD-Aufnahmen mit U-Musik. Bei Sinfonie- oder > Kammermusik versucht man in der Regel eher, darauf zu verzichten oder > sowas nur punktuell auf einzelnen Spuren einzusetzen. > > Kompressoren sind auch ab und an in Instrumentenverstärkern anzutreffen, > z.B. bei manchen Baßverstärkern. Dort können sie helfen, die zur > Verfügung stehende Leistung besser auszunutzen bzw. in lauten Passagen > besser durchzudringen, ohne daß das Ganze anfängt zu scheppern.
Aus einem weiteren Thread ergaben sich folgende Ergänzungen dazu:
Florian Anwander schrieb am 17.02.03:
> Ein Kompressor ist im Prinzip ein Geraet, das automatisch am > Lautstaerkeregler nach unten dreht, wenns zu laut wird. > Es gibt im Allgemeinen folgende Einstellmoeglichkeiten: > > - Threshold beschreibt ab welcher Lautstaerke zurueck gedreht wird. > - Ratio ist wie stark gedreht wird. 1:2 ist wenig, 1:20 ist stark > zurueckdrehen. > - Attack beschreibt, wie schnell auf das Auftreten grosser Pegel reagiert > wird. > - Release beschreibt, wie schnell wieder auf die normale Lautstaerke > zurueckgedreht wird, wenn sich der Eingangssignal wieder beruhigt ;-) hat > - Level hebt das Ausgangssignal an, falls nach der Kompression der > gesamte Lautheitseindruck zu gering ist.
Stephan Krohn schrieb am 17.02.03 (Quoting von Florian Anwander, Matthias Mees und Martin Bochmann):
>>>>> Ein Kompressor ist im Prinzip ein Geraet, das automatisch am >>>>> Lautstaerkeregler nach unten dreht, wenns zu laut wird. >>>> >>>> ...und (AFAIK) nach oben dreht, wenn's zu leise wird..? >>> >>> Nee. Das gehört ins "Lexikon der populären Irrtümer". >> >> Hmpf. Und ich dachte immer[tm], eben *das* sei der Unterschied zwischen >> einem Kompressor und einem Limiter? > > Der Unterschied zwischen einem Limiter und einem Kompressor ist zunächst > einmal die Ratio. während ein Kompressor mit Ratios von 2:1 bis 9:1 > arbeitet (wobei 9:1 eigentlich schon recht heftig ist) gilt alles ab einer > Ratio von 10:1 als Limiter. > > Das "nach oben drehen wenn's zu leise wird" kommt dadurch zustande, dass > man mit einem Kompressor das gesamte Signal (auch die lauten Parts) anhebt. > Nur dass auf die lauten Teile oberhalb des Threshold ja dann die Ratio > wirkt. Sie werden also weniger stark verstärkt als die Signalanteile > unterhalb des Thresh.
Florian Anwander ergänzte dazu am 18.02.03:
> Ein Geraet, dass nach oben regelt ist der Expander oder auch Leveler. In > vielen Geraeten wird heute ein Kompressor mit einem Leveler kombiniert > (Unerreicht gut: Höf Dynamic Master und Juenger d01).