FAQ für de.rec.musik.machen: Besser ein E-Piano oder ein richtiges Klavier?

Besser ein E-Piano oder ein richtiges Klavier?

Diese Frage taucht regelmäßig auf; in der Mehrheit empfehlen die drmm'ler – soweit möglich – die Anschaffung eines richtigen Klavieres, wenn es nicht gerade speziell um die Rock/Pop-Schiene geht.

Volker Kukulenz schrieb dazu am 13.1.02:

> In einem Satz: ein E-Piano ist wie alkoholfreies Bier.
>
> D.h. egal was Du nimmtst, es wird niemals ein adäquater Ersatz für Dein
> Klavier sein. Was die Hersteller auch versprechen, ein Klavier bleibt
> ein Klavier, und ein elektronisches Instrument bleibt ein solches.
>
> E-Pianos sind gedacht, Klaviere zu ersetzen/simulieren und in ihrer
> Konzeption an solche angelehnt. Keyboards/Synthesizer verfügen über
> eine Fülle verschiedener Klänge (und Möglichkeiten, diese zu verändern)
> wobei der Klavierklang nicht so stark im Vordergrund steht. Dazu kommt,
> daß Digitalpianos über eine gewichtete Volltastatur verfügen, während
> Synths/kbds meist weniger Tasten haben (76 oder 61) und diese
> "leichtgewichtet" sind, also zwar anschlagsdynamisch aber wesentlich
> leichtgängiger als Klaviertasten sind.
>
> Deinen Äußerungen zufolge bist Du im klassischen Bereich zu Hause, da
> wird es nochmal extra schwierig; selbst hochwertige Digitalpianos
> genügen den Leuten der Klassik-Fraktion i.d.R. nicht, weil es nunmal
> was anderes ist elektrisch zu spielen. Der Dynamik-Umfang ist geringer,
> der Klang entspricht trotz aufwendiger Technik nicht zu 100% einem
> akustischen Instrument (Stichwort Saitenresonanz, Abklingverhalten) so
> daß Du selbst in Preiskategorien wo es auch schon brauchbare Klaviere
> gibt im Bereich Digitalpianos immer noch das Gefühl von bleifreiem Bier
> hast.
>
> Abgesehen davon sind 88 Tasten immer gleich breit. Ein Digitalpiano
> braucht minimal weniger Platz als ein Klavier. Da sind die Nachbarn
> schon eher ein Grund. Wenn es also nur um den Platz geht... ein Klavier
> ist eine prima Ablage für Studienliteratur :-) Ich weiß wovon ich
> rede... Wenn Du also nicht gerade im Studentenwohnheim lebst, ist ein
> gebrauchtes Klavier vielleicht gar nicht abwegig.
>
> Natürlich haben die E-Maschinen ihre Vorteile: sie sind nie verstimmt,
> unempfindlich, mit Kopfhörer Nachbar-freundlich und mit einer Person
> transportabel - ich benutze regelmäßig ein Roland FP-9 für Auftritte
> als Unterhaltungspianist und bin froh, das alleine schleppen zu können.